Indianer Trail

Anreise

Schon unterwegs werden Sie entweder eine verträumte Lindenallee oder einen holprigen, verschlungenen alten Landweg genießen und angekommen den Blick weit ins Land bis hin zur Ostsee schweifen lassen. Sie und Ihre Pferde können sich von der weiten Reise erholen, und gestärkt wollen wir uns den Film „Traumfänger – Ein selbständiger Indianer in Mecklenburg“ anschauen und uns am Lagerfeuer über ihn und den bevorstehenden Indianer-Trail unterhalten. Dabei können noch Abwandlungen nach ihren Wünschen und Vorstellungen in die geplante Route aufgenommen werden.

   

1. Tag

Nach gemeinsamen Frühstück in einem wilden Garten, umgeben von verschiedenen freundlichen Tieren, satteln wir unsere Pferde und reiten über Landwege und Felder ins nächste Dorf, wo noch eine schöne backsteinerne alte Gutsanlage zu besichtigen ist. Während wir die Autobahn über eine Brücke passieren, werden wir uns bewusst, dass wir nun für einige Tage Hektik und Lärm hinter uns lassen und in eine neue, andere Welt eintauchen dürfen. Weiter geht es durch eine hügelige Landschaft mit immer neuen Ausblicken und entlang verschlungener Waldwege bis zum Dorfteich in Babst, wo wir uns und unseren Pferden eine Mittagspause gönnen wollen. Der weitere Ritt führt uns immer tiefer in die Sternberger Seenlandschaft hinein, wo unsere Pferde ihre Trittsicherheit und ihr ursprüngliches Wesen auf schmalen Pfaden beweisen können. Wunderschön öffnet sich dann das Land und verführt uns vielleicht zum Galopp über Felder in die Abenddämmerung hinein. Zum Feierabend haben sich unsere Tiere eine gute Weide und wir uns ein deftiges Abendbrot im Heuhotel verdient. Je nach Wunsch kann dann im unteren Stockwerk in Betten oder im oberen Stockwerk im Heu für den kommenden Tag Kraft geschöpft werden.

2. Tag

Nur einen gemächlichen Stundenritt vom Heuhotel entfernt, tauchen wir ein in das Durchbruchstal der Warnow, die hier in zahlreichen gewundenen Wasserläufen sich zum Fluß sammelt. Wohltuenden Schatten spenden uralte Buchenbäume und von 30 Meter hohen Steilhängen bieten sich uns Bilder, wie wir sie aus Urwäldern kennen. Abenteuerlich wird es auch für unsere Pferde, wenn es gilt, sie über schmale hölzerne Brücken zu führen. Ein Kontrast zu diesen Erlebnissen wird der Gang durch Sternberg, denauch wir Zweibeiner zu Fuß bewältigen müssen, vielleicht schon in Vorfreude auf ein Bad im Luckower See, wo sich Pferd und Reiter erfrischen können und wir unsere Mittagspause machen wollen. Durch typisch mecklenburgische Landschaft und die kleine Stadt Dabel gelangen wir allmählich an unser Ziel – den Westernsaloon, wo uns amerikanische Küche und Westernmusik verwöhnen wird und wir unsere Schlafsäcke auf richtigen Betten ausrollen dürfen.

 

  

3. Tag

Überschattet von alten Baumriesen, umreiten wir den Kleinpritzer See und passieren den Eingang zum Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide. Hier erwarten uns endlose Nadelwälder mit schnurgeraden Sandwegen, die zum Galoppieren einladen. Immer wieder öffnet sich der Blick auf einen verträumten Waldsee, oder eine sonnenüberflutete Lichtung lockt zum Verweilen. Auf den Rücken unserer Pferde erlauben uns sonst scheue Tiere die Annäherung und schenken uns unvergessliche Begegnungen. Die Mittagspause wird in Neu Schwinz sein, wo uns eine Fischräucherei mit frisch gefangenem und geräuchertem Fisch empfängt. Auf dem weiteren Weg am Goldberger See entlang kommen uns vielleicht schon einige berittene Cowboys und Indianer entgegen und begleiten uns zur „Ranch of Geronimo“, unserem Ziel. Mit etwas Glück erleben wir hier noch eine abendliche Probe für die morgige Show, bevor wir uns in den Indianertipis auf der Naturbühne zur Ruhe legen, während unsere Pferde auf der Weide von etwa 30 Artgenossen begrüßt werden.

Reiter in Neu Damerow

 

4. Tag

Nach drei Tagen im Sattel gönnen wir uns die Zeit, die "Ranch of Geronimo" zu Fuß zu erkunden, Bekanntschaften zu machen, uns in die Wiese zu legen oder im Neu Damerower See zu baden. Wer es gar nicht lassen kann und sich wieder auf sein Pferd schwingen möchte, wird in den umliegenden Wäldern und Seen mit seltenen Naturerlebnissen belohnt.
Beim gemeinsamen Frühstück im Saloon lernen wir die Darsteller des Films „Traumfänger“ kennen. Wir beobachten die letzten Vorbereitungen für die Indianer-Show, haben Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen von Westernstadt und Indianerdorf zu werfen und können mit leidenschaftlichen Pferdefreunden und –kennern fachsimpel.
So werden Sie bei der abendlichen Vorstellung die Leistungen der Darsteller und ihrer Tiere intensiver erleben und viel mehr Details entdecken als die meisten der über 800 Zuschauer, mit denen Sie nicht nur spannende Unterhaltung, sondern auch bewegende Augenblicke und etwas mehr authentisches Wissen über das Leben der Indianer teilen werden.

 

5. Tag

Die schönsten Wege soll man zweimal gehen, besagt eine alte Wander-Weisheit, und so genießen wir auf ausgeruhten Pferden im Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide entspannt die unberührte Natur in ihrer sommerlichen Vielfalt. Auch die Fischräucherei können wir zur Mittagspause wieder aufsuchen, wenn’s uns beim ersten Besuch dort gefallen und geschmeckt hat. Am Nachmittag biegen wir in Richtung Garder See nach Norden ab und kommen in neue Gefilde, um am Abend in einer alten Töpferei einen 5000 Liter großen, holzgefeuerten Brennofen zu bestaunen. Sein Besitzer töpfert nicht nur, er hat auch ein großes Filmarchiv und mit Einbruch der Dunkelheit findet möglicherweise sogar eine Vorführung im Freilichtkino statt.
Wir übernachten hier im Haus in Gästebetten.

 

 6. Tag

Taufrisch empfängt uns der morgendliche Wald mit seinen Geheimnissen und öffnet sich in jene typisch mecklenburgische Weite, die kaum bebaut oder von Straßen durchkreuzt ist und endlos scheint. Gerade recht, um uns vor der Mittagshitze zu schützen, erreichen wir den Wald von Groß Raden mit seinem verborgenen See, auf dessen Halbinsel sich der Nachbau einer slawischen Burg erhebt. Tempelstätten, Wohnhäusern, Werkstätten und Befestigungsanlagen können dort in unserer Mittagspause besichtigt werden und unsere Pferde die Elche beschnuppern, wenn sie dicht an den Zaun ihrer Gehege treten.
Der weitere Ritt schenkt uns die Illusion, zwischen Kühen und Pferden das flache Weideland des Wilden Westens zu durchqueren. Abends erwartet uns ein ehemali-ges altes Pfarrhaus mit einem berühmten romantischen Pfarrgarten und Gasteltern, die uns am Lagerfeuer köstlich bewirten und so angeregt unterhalten, dass mancher bis spät in die Nacht sitzen bleiben und immer neues Holz ins Feuer legen mag, während die Pferde ganz in der Nähe zufrieden eine gute Weide genießen. Vielleicht besuchen wir sie noch einmal mit dankbaren Gefühlen für das treue Miteinander dieser erlebnisreichen Tage, bevor wir uns in die bequemen Betten der schlichten, aber stilvollen Pfarrräume legen.

7. Tag

Nach ausgiebigem Frühstück an großer Tafel im Pfarrhaus oder unter den Obstbäu-men des Pfarrgartens reiten wir durch einen Laubmischwald zu Großsteingräbern. Alles ist endlich – auch unser Indianer-Trail. In flottem Galopp geht es über abge-erntete Felder zum Gutshaus Hermannshagen, das von einem engagierten Verein restauriert und ökologisch bewirtschaftet wird. Je nach dem, wie hungrig und er-schöpft Pferd und Reiter sind, können wir hier oder am nahegelegenen Großtessiner See mit herrlichem Rundblick unsere Mittagspause einlegen, bevor wir uns endgültig von der Mecklenburger Prärie verabschieden und wieder in die hügelige Endmoränenlandschaft mit ihren dunklen Wäldern, Mooren und Senken eintauchen. Noch ein Galopp durch Wiesen, von der Abendsonne überflutet – dann erkennen wir schon die alte Lindenallee wieder. Die letzte kurze Strecke auf dem Landweg durch Neu Nantrow wollen wir in ruhigem Schritt oder zu Fuß zurücklegen – denn auch das Ankommen nach einem großen Abenteuer will genossen sein!
Am Lagerfeuer erleben wir noch einmal die besondere Art von Gemeinschaft, wie sie nur auf einem Indianer Trail wachsen kann. Und wir lassen die vergangenen sieben Tage ausklingen, die nicht, wie die meisten anderen Urlaube, im Flug vergangen sind, sondern uns endlich einmal wieder das Gefühl schenkten, das kostbarste der Welt zu haben – Zeit!

Abreise

Beim Frühstück im Garten können wir Tips austauschen, wie die entstandenen Fotos und Videos zu bleibenden Erinnerungen gestaltet werden. Wir nehmen Abschied voneinander und helfen uns beim Packen und Verladen der Pferde.
Wer noch Lust auf Ostsee hat, kann an einem anderthalbstündigen Ausflug zum Salzhaff teilnehmen, wo wir mit den Pferden durchs flache Wasser reiten oder auch einen gemeinsamen Badespaß auf Pferderücken erleben.
Übrigens kann bei rechtzeitiger Planung im Anschluß an unseren Indianer-Trail auch ein Ostseeurlaub in den zahlreichen Pensionen und Ferienhäusern der Umgebung gebucht werden. Unterstellmöglichkeiten für die Pferde gibt es auf den Reiterhöfen.